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トップ  >  学会誌  >  機関誌157号(国際誌)特集テーマ(2018年3月15日原稿締め切り)

Sonderthema für die Nummer 157 der NBG



Für die Nummer 157 (Internationale Ausgabe) unserer Zeitschrift planen wir das Sonderthema „Analogie: Ähnlichkeitsdenken in Literatur und Kultur“.
Einsendeschluss: 15. März 2018

Seit der griechischen Antike hat Analogie als ein Leitprinzip zur Entdeckung verborgener Sinnzusammenhänge von Welt eine zentrale Rolle gespielt. Kunst und Wissenschaft haben analogische Beziehungen auf sehr unterschiedliche Weise genutzt, kritisiert und zu erforschen gesucht. Man denke etwa zunächst an die Philosophie, Sprachtheorie und Ästhetik der Aufklärung und der Romantik (Baumgarten, Kant, Hamann, Herder, Goethe, Brüder Schlegel, W. v. Humboldt). Sodann erlebt die Analogie von der Jahrhundertwende bis zur Zwischenkriegszeit eine besondere Renaissance, etwa in der philosophischen Anthropologie (Cassirer, Scherer), in der Psychoanalyse (Freud, Jung), in der Kultursoziologie (Simmel, Benjamin, Kracauer) sowie Gestaltpsychologie u. a. Sie alle versuchen auch über analogische Verfahren, die schon im späteren 19. Jahrhundert institutionalisierten, hoch spezialisierten Wissenschaftsform ansatzweise zu überwinden.
Wenig vielversprechend scheint es daher, die lange vertretenen Antithesen fortzuführen: die zwischen den sog. ‚exakten Wissenschaften‘ auf der einen Seite, die sich gerade auch aus der Ablehnung analogischer Bezüge definieren, und den Kunst behandelnden oder kunstaffinen Disziplinen andererseits, die Analogie sowohl epistemisch als auch als Darstellungsmodi verwenden – zumal auch in den empirischen und experimentbasierenden Wissenschaften die Analogie inzwischen häufig als unverzichtbare heuristische Methode anerkannt wird. Sie ist dann der Versuch, das Missing Link zwischen Bekanntem und Unbekanntem, zwischen Hypothesen und Daten zu finden. Auch ist die transmediale Funktion der Analogie, zwischen den visuellen Medien und der Sprache, zwischen Wahrnehmen und Erkennen zu überbrücken, in der medienwissenschaftlich orientierten Kulturwissenschaft zu einem viel diskutierten Themen geworden (etwa bei Barbara M. Stafford). Und auch hier lassen sich wieder Verbindungen zu den Naturwissenschaften ziehen, etwa in den neuro- bzw. kognitionswissenschaftlichen Ansätzen von Douglas Hofstadter und Emmanuel Sanders. Und last but not least ist die Analogie ein heuristisches Verfahren, das sich für die Erörterung kulturvergleichender oder transkultureller Phänomene anbietet.
Die angeführten Beispiele legen es nahe, das Ähnlichkeitsdenken in Literatur, Kultur und Wissenschaft erneut systematisch aufzugreifen und die Rolle, die Chancen und möglichen Grenzen der Analogie herauszuarbeiten und neu zu bewerten. In der geplanten Ausgabe sollen daher nicht nur Positionen zum Ähnlichkeitsdenken in der deutschen Literatur-, Kultur- und Wissenschaftsgeschichte seit der Frühneuzeit erörtert werden. Es soll auch um die heuristische Bedeutung der Analogie für einen transkulturellen Vergleich und für eine medien- und kulturwissenschaftliche Perspektive der Literaturwissenschaft gehen.




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