Japanische Gesellschaft für Germanistik
 
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トップ  >  ゼミナール  >  第59回ドイツ文化ゼミナール開催のご案内(申込締切延長・2回目)

第59回ドイツ文化ゼミナール開催のご案内
【申込締切延長・2回目】


第59回ドイツ文化ゼミナールをドイツ学術交流会(DAAD)との共催で下記の通り開催いたします。発表・討議はドイツ語で行います。参加ご希望の方は2016年10月20日(木)までにEメール(もしくは葉書)で日本独文学会にお申し込みください:

1)Eメールの場合: 下記の申込フォームに必要項目をご記入の上、メールに添付してkulturseminar59[at-mark]jgg.jpにご送付ください。
申込フォーム: https://1drv.ms/f/s!AkA8-rz1GuMQgv8P_7VH8G1LPHx8dg

2)葉書の場合: 裏面に「文化ゼミ参加希望」と朱書の上,氏名,現職(参加費補助の関係上,学部生・院生および常勤職のない方はその旨を明記ください),住所(漢字・ローマ字併記),電話番号,メールアドレスをご記入の上,以下の宛先に送付ください。
〒170-0005 東京都豊島区南大塚3-34-6 南大塚エースビル603 日本独文学会



テーマ: Welt/Literatur – Formationen und Funktionen der Literatur in Prozessen der Globalisierung (詳細は下記Themenbeschreibungをご覧ください)
招待講師: Robert Stockhammer教授(Ludwig-Maximilians-Universität München)
会期: 2017年3月12日(日)から3月17日(金)まで
会場: 長野県茅野市リゾートホテル蓼科(旧アートランドホテル蓼科)
http://resort-hotel-tateshina.jp/
参加費: 45,000円(なお,学生・院生および常勤職のない方には10000円の参加費補助があります)
定員: 45名程度
申込締切2016年10月20日(木)2016年12月16日(金)【申込締切延長・2回目】

日本独文学会会員以外の方が申し込む際は日本独文学会会員(学生・院生の申し込みの場合は指導教員)の紹介が必要です。紹介者の氏名をお知らせください。また他に略歴,参加希望理由(400字程度),業績リスト(研究業績がある方)を申込時に提出してください。参加費は55,000円です。

なお,参加は申し込み順に受け付けますが,最終的な選考は理事会にお任せください。

研究発表希望: ドイツ語による30分程度の発表を希望される方は,題目,内容を簡単に説明する要旨(独文 400語以内)に簡単な履歴を添えて,2016年10月20日(木)2016年12月16日(金)【申込締切延長・2回目】 までに実行委員会(kulturseminar59[at-mark]jgg.jp)にお申し出ください。なお,発表者の決定は委員会に御一任願います。


日本独文学会・ドイツ文化ゼミナール実行委員会
Stefan Buchenberger茅野大樹Wieland Eins (DAAD)
藤原美沙浜崎桂子糸瀬龍
香田芳樹中丸禎子斉藤 渉(委員長)
Leopold Schlöndorff土屋京子






Themenbeschreibung


Welt/Literatur
Formationen und Funktionen der Literatur in Prozessen der Globalisierung


Die aktuellen Diskussionen über 'Weltliteratur' beschränken sich zumeist auf die Frage nach Formationen literarischer Texte aus verschiedenen Bereichen der Erde. Die Aufteilung des Kompositums in seine beiden, mit einem Schrägstrich verbundenen, Bestandteile 'Welt' und 'Literatur' im Titel des Seminars soll demgegenüber verdeutlichen, dass diese Wörter in mindestens dreifacher Weise aufeinander bezogen werden können:
1. Literatur in der Welt (mit bestimmtem Artikel im Singular): Die derzeit außerordentlich regen Debatten zu World Literature kreisen um Fragen nach Ein- und Ausschlüssen von literarischen Texten in/aus den/dem Kanon, die Überwindung des 'Eurozentrismus', Formen des Umgangs mit der schieren Menge der in Frage kommenden Texte etc. Angesichts der stark US-zentrischen Anlage dieser gegenwärtigen Debatten erscheint es besonders wichtig, hier auch Perspektiven aus – von Nordamerika aus gesehen – dem Westen (z. B. Japan) bzw. dem Osten (z. B. Deutschland) einzubeziehen.
2. Literatur und Welt (ohne Artikel, in formalsemantischer Analogie zur Verwendung von mengen-unbestimmten Stoffbezeichnungen wie 'Holz'): Theorien der Mimesis in den verschiedensten Versionen (keineswegs nur in ihrer kruden 'Widerspiegelungs'-Fassung) gehen davon aus, dass Literatur 'welthaltig' ist. Dabei wird 'Welt' allerdings meist in einem vagen Sinne des 'Wirklichen' – vielleicht noch des 'Möglichen' – verwendet.
3. Literatur als Konstruktion von (vielen) Welten (mit unbestimmtem Artikel im Plural): Literarischen Texten wird gern zugesprochen, dass sie selbst jeweils eine ihnen eigene 'Welt' entwerfen – wobei 'Welt' hier "einen in sich geschlossenen bezirk" meint, "der in seiner eigenständigkeit und eigengesetzlichkeit gleichsam ein all im kleinen darstellt" (um die achte von nicht weniger als zwölf Bedeutungen des Wortes zu zitieren, die das Deutsche Wörterbuch unterscheidet); so spricht man etwa von der (in ihrer geographischen Ausdehnung ziemlich kleinen) 'Welt von Stifters Nachsommer'. Wie aber verhält sich dies zur Bedeutung von 'Welt' als eines erdumspannenden Raums?

Zusammengehalten werden diese Aspekte von der Leitfrage: "Was ist eigentlich die/0/eine Welt?" (wobei der Nullsignifikant die artikellose Verwendung bezeichnet) Diese Frage erscheint von besonders großer Virulenz in einer Zeit fortgeschrittener Globalisierungsprozesse – die Ergänzung durch fortgeschritten möge andeuten, dass Prozesse erdweiter Verflechtung mindestens seit der Frühneuzeit, in etwas kleinerem Umfang schon seit der Antike zu beobachten sind –, deren Diskussion häufig voraussetzt, dass es die 'Welt', die dabei meist vorschnell mit der 'Erde' identifiziert wird, je schon gebe. Stattdessen sei die Aufmerksamkeit darauf gelegt, wie 'Welt' erst konstruiert wird, besonders auch mit symbolischen Praktiken wie etwa denen der Kartographie, oder eben der Literatur.
Das Seminar wird sich voraussichtlich in folgende drei Tagesthemen gliedern:
1) Leitfrage: Was heißt „Welt“?
2) Symbolische Praktiken und Medien der Welt-Konstruktion
3) Spezifische Funktionen literarischer Welt-Konstruktionen

Erste Literaturhinweise: Als Einstieg in die Thematik kann Johannes Erbens (überaus aspektreicher) Artikel "Welt" von 1954 in (Grimm's) Deutschem Wörterbuch, Bd. XIV. i. 1, S. 1456–1522, dienen; einen historisch-philosophischen Aufriss von 'Welt' hat Martin Heidegger in "Die Zeit des Weltbildes" unternommen (in: Gesamtausgabe. Frankfurt a. M.: Klostermann, 1975 ff, Bd. Abt. I, Bd. 5, S. 75–113). Einer der wichtigsten Beiträge zu historischen Dimensionen von 'Globalisierung' ist: Peter Sloterdijk, Im Weltinnenraum des Kapitals. Für eine philosophische Theorie der Globalisierung (Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 2005). Unter den unzähligen aktuellen Beiträgen zu 'Weltliteratur' sei das Buch von Eric Hayot (On Literary Worlds. Oxford, New York: Oxford UP, 2012) hervorgehoben, weil es selbst schon die Brücke zur 'weltkonstituierenden' Funktion von Literatur schlägt. Wie mit Karten und Globen 'Welt' erst aus der 'Erde' hergestellt wird, zeigt prägnant: Denis Cosgrove, Apollo's Eye. A cartographic Genealogy of the Earth in the Western Imagination. Baltimore: Johns Hopkins UP, 2001. Eine eigenwillige, im Kontext des Seminars jedoch möglicherweise produktive Entgegensetzung von 'Welt' und 'Erde', anhand der Funktionen von Kunstwerken, unternimmt wiederum Heidegger, in: Der Ursprung des Kunstwerks (im oben angegebenen Band der Gesamtausgabe, dort insb. S. 25-44). – Die Thematik erlaubt den Einbezug der verschiedensten literarischen Texte, darunter keineswegs nur solchen, in denen Globalisierungsprozesse (im jüngeren Sinne des Wortes) ausdrücklich thematisiert werden.

Robert Stockhammer ist Professor für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München (seit 2007), dort u. a. Sprecher des DFG-Graduiertenkollegs 'Funktionen des Literarischen in Prozessen der Globalisierung' (seit 2012). Zu seinen gegenwärtigen Forschungsschwerpunkten gehört das Verhältnis von Literatur und Globalisierung, in diesem Rahmen besonders: Überlegungen zum Verhältnis von 'Welt' und 'Erde', 'Globalem' und 'Universalem'; kulturwissenschaftliche Interventionen in Klimawandel-Diskurse; Kosmopolitismus in Literatur und Recht; Mehrsprachigkeit; Kartographie und Raumtheorie.

Thematisch einschlägige Publikationen
Kartierung der Erde. Macht und Lust in Karten und Literatur. München (Fink) 2007.
Afrikanische Philologie. Berlin (Suhrkamp) 2016.
(Hg.) TopoGraphien der Moderne. Medien der Repräsentation und Konstruktion von Räumen. München (Fink) 2005.
Weltliteratur und Mittelalter: Erich Auerbach und E. R. Curtius. In: Martin Treml/Karlheinz Barck (Hgg.), Erich Auerbach. Geschichte und Aktualität eines europäischen Philologen, Berlin (Kadmos) 2007, S. 105-124.
Das Schon-Übersetzte. Auch eine Theorie der Weltliteratur. In: Poetica 41 (2009), S. 257-291.
Welt oder Erde? Zwei Figuren des Globalen. In: Christian Moser/Linda Simonis (Hgg.): Figuren des Globalen. Weltbezug und Welterzeugung in Literatur, Kunst und Medien. Göttingen: Bonn UP, 2014, S. 47-72.
Novel Cosmopolitan Writing. On the Genus and the Genre of Mankind (in Kant and Wieland). In: Jernej Habjan/Fabienne Imlinger (Hgg.): Globalizing Literary Genres. Literature, History, Modernity. New York/London: Routledge, 2016, S. 75–89.
Welt- oder Erdliteratur? Hinweis auf einen Unterschied. In: Poetica (zur Veröffentlichung angenommen, erscheint höchstwahrscheinlich noch 2016)




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