機関誌155号(国際誌)特集テーマ

Ankündigung des Sonderthemas für die Nummer 155
der Neuen Beiträge zur Germanistik



機関誌 Neue Beiträge zur Germanistik, Nr. 155(Internationale Ausgabe)の特集テーマを„Halt, Schritt, Trab, Galopp –Walter Benjamin weiter, tiefer lesen“とし,下記の要領で原稿を募集しますので,ふるってご応募ください。原稿の締切は2017年3月15日です。なお,特集以外の原稿の応募も歓迎します。

Für die Nummer 155 (Internationale Ausgabe) unserer Zeitschrift planen wir das Sonderthema „Halt, Schritt, Trab, Galopp –Walter Benjamin weiter, tiefer lesen“.

Einsendeschluss: 15. März 2017




Halt, Schritt, Trab, Galopp –
Walter Benjamin weiter, tiefer lesen


Nicht nur mit unterschiedlichen Blickwinkeln, auch mit abrupten Wechseln von Tempo und Takt sollte man beim – selbstreflexiven – Vollzug des Lesens von Benjamins Schriften rechnen. Verzögerung und Beschleunigung, Vertiefung und Erweiterung bestimmen die Rhythmik im Fortgang seiner philosophischen Überlegungen, die dergestalt weniger fertige Gedanken als Fertigkeiten des Sprachdenkens in actu zeigen. Ein ums andere Mal widerfährt es dem aufmerksamen Leser, dass zentrale Begriffe Benjamins erst nach verwinkelten Gedankengängen innerhalb eines semantischen Dickichts plötzlich in ihre bildlich prägnante Erscheinung treten. Ein sorgfältiger wie geduldiger Nachvollzug von Weg und Umweg, Schritt für Schritt, scheint unvermeidlich – wohl (geistes-)gewärtig, dass jederzeit der Chuzpe-Umschlag aus dem Stillstand und der „Tigersprung“ aus dem Halt zum (sprachlichen) Ereignis werden können.
Die Tragweite von Benjamins Begriffen kann gleichviel im Trab durchmessen werden. Zwar darf die Elastizität von Gedanke und Sprachdenken beim Fortgang des Lesens nicht erstarren. Andererseits sollte sie aber keineswegs zu übereilter und vorschneller Verwertung – in welcher Richtung auch immer – verführen. Dieses mittlere Maß an Tempo und Takt wäre vor allem den Benjamin-Freunden in Medien- und Kulturwissenschaften anzuempfehlen. Dem steht wiederum nicht entgegen, dass bestimmte Konstellationen, die Benjamins Denken vielfach mit den Ideen anderer, historisch oder ideologisch scheinbar weit entfernter Denker eingeht, durchaus im Galopp, vielleicht sogar synkopisch „über Stock und über Steine“, verfolgt werden wollen. Durch dieses Umschalten von Tempo und Takt wird beim Lesen nachhaltig evident, in welchem Maße Benjamin, indem er sich in seine Grübeleien zu vertiefen scheint, Erweiterung gerade dadurch schafft, dass er Fremdes weit in sich einlässt. „Walter Benjamin weiter, tiefer lesen“ – als Hypothese mag hier gelten, dass die entsprechenden Einschläge sich gleichsam seismographisch in den wechselhaften und uneinheitlichen Rhythmen seiner Schriften vor- und nachgezeichnet finden.
Wir folgen der positiven Divergenz in der heutigen Benjamin-Forschung, indem wir unter dem Titel „Halt, Schritt, Trab, Galopp“ das Sonderthema „Walter Benjamin weiter, tiefer lesen“ diskutieren.


Herausgebergremium der Neuen Beiträge zur Germanistik