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(2)掲載依頼情報
(2)掲載依頼情報 : <慶應義塾大学>国際若手研究者コロキウムのご案内
投稿者 : settsu 投稿日時: 2018-03-09 13:08:14 (524 ヒット)

国際若手研究者コロキウムのご案内

慶應義塾大学スーパーグローバル事業の「短期留学生受入プログラム」によってドイツとオーストリアから来日する若手研究者を交えて、下記の日程で『国際若手研究者コロキウム』を開催することになりましたので、ご案内申し上げます。


Internationales Kolloquium für Nachwuchswissenschaftler
日時: 2018年3月17日(土) 10:00-16:30
場所: 慶應義塾大学三田校舎 東館4階セミナールーム

これは日本で研究する修士課程、博士課程在籍者、ポスドクの方々と、ドイツ語圏で研究する若い研究者とが相互に交流することを通して、研究成果の共有と問題点の話し合い、研究課題の将来的展望、ドイツ・オーストリアでの研究留学の可能性などについて意見を交換する場です。
会には6名のドイツ・オーストリアの若手研究者が出席し、うち2名が博士論文についての発表をおこないます。日本側からは5名の若手研究者が研究発表をおこないます。
会終了後(19:00-)にはささやかな懇親会も用意していますので、気軽にご歓談いただけます。
同世代のドイツ語圏の研究者と知り合う貴重な機会ですので、ぜひご参加ください。

*日本独文学会文化ゼミナールの招待講師として来日する、ユッタ・エミング教授(ベルリン自由大学)の講演会も17時15分から同日開催されます。こちらにもご参加ください。
http://www.jgg.jp/modules/organisation/index.php?content_id=411

プログラムは以下の通りです。(発表要旨は末尾をご覧ください。)
10.00-10.10 Begrüßung
10.10-10.50
Ami Ikenaka (Keio-Universität): Das Paradox der Gerüchte in Das Erdbeben in Chili
10.50-11.30
Alexander Pommer (Universität Wien): Der Raum in der aktuellen dystopischen und postapokalyptischen Jugendliteratur
11.30-12.10
Asuka Toriyama (Universität Waseda) : Puppenhaus und Vitrine - Verschlossener Raum in den Filmen von R.W. Fassbinder: Die bitteren Tränen der Petra von Kant und Chinesisches Roulette
12.10-13.30 Mittagspause
13.30-14.10
Sebastian Winkelsträter (Universität Bonn): Reliquie und Erzählung. Strategien der Verähnlichung von Figur, Ding und Text im mittelhochdeutschen ‚Grauen Rock'
14.10-14.50
Nachi Ishibashi (Universität Tokyo): Flüssigkeiten und Sprache in Hofmannsthals Ein Brief und Sartres La nausée
14.50-15.10 Kaffeepause
15.10-15.50
Shiori Kitaoka (Universität Tokyo): Flucht als neues Thema in der deutschen Theaterszene ― durch Text- und Aufführungsanalyse von Die Schutzbefohlenen von Elfriede Jelinek
15.50-16.30
Minami Miyashita (Keio-Universität): Auflösung des Jahres 1913/14 - Zur Funktion eines "Jahres" und die Poetik der Unvollendetheit in Der Mann ohne Eigenschaften -

17.15-18.45
Sonderveranstaltung: Gastvortrag von Prof. Dr. Jutta Eming (Freie Universiät Berlin)
"Reflexe der Hohen Minne in Morungens Narzisslied"
http://www.jgg.jp/modules/organisation/index.php?content_id=411
19.00 Büffet

皆さまのご参加を心よりお待ちしています。
Stefan Buchenberger(神奈川大学)
香田芳樹(慶應義塾大学)
問合せ先:koday[at]flet.keio.ac.jp


EXPOSÉ
Ami Ikenaka: Das Paradox der Gerüchte in Das Erdbeben in Chili
Gerüchte spielen in Heinrich von Kleists Das Erdbeben in Chili eine große Rolle. Meine These lautet, es geht um das Paradox, dass gerade die Gerüchte, deren Sender unklar sind, ihre Informationen sofort in eine vermeintliche Wahrheit verwandeln. Eine Stimme, die man in der Menge hervorbringt, wird als anonyme Gerüchtekommunikation und zugleich als Tatsache aufgenommen. Um diese These zu veranschaulichen, soll im Vortrag die Erzählung in drei Stufen dargestellt werden: 1) vor dem Erdbeben, 2) danach (besonders die Situation im Tal), 3) die Ermordung vor der Kirche. Die Erzählung stellt den Begriff der Tatsache in Frage, indem sie am Beispiel der Macht des Gerüchts die Bagatellisierung des Wahrheitsgesichtspunktes hervorhebt.

Alexander Pommer: Der Raum in der aktuellen dystopischen und postapokalyptischen Jugendliteratur
Seit einigen Jahren ist im Bereich der Jugendliteratur eine große Menge an dystopischen und postapokalyptischen Zukunftsromanen festzustellen. In derartigen Jugendromanen wird eine hypothetische Zukunft vorgestellt, die sich von der Lebenswelt des Lesers durch ein fiktives, meist vor dem Einsetzen der Handlung liegendes Ereignis unterscheidet, das eine Zäsur bzw. einen Nullpunkt für die Menschheit darstellt. Eine weitere Gemeinsamkeit der dystopischen und postapokalyptischen Jugendromane ist - so die Ausgangsthese - ihre Konzeption des Raums, der handlungskonstituierende und -strukturierende sowie bedeutungserzeugende Funktionen besitzt. Es wird untersucht, welche Räume in den Texten narrativ vermittelt werden und auf welche Weise dies geschieht. Wesentlich ist dabei, wie ähnlich der Umgang mit Raum in diesen Romanen ist.

Asuka Toriyama: Puppenhaus und Vitrine - Verschlossener Raum in den Filmen von R.W. Fassbinder: Die bitteren Tränen der Petra von Kant und Chinesisches Roulette
In der Filmen von R.W. Fassbinder (1945-1982) erscheint die Welt häufig als ,,Simulation". Fassbinder hat in seinen über 40 Filmen durch die Beschreibung von Parallelwelten, von Beziehungen "Original-Fälschung" und von zwiespältiger Identität das Motiv "Simulation" dargestellt. In dieser Hinsicht spielen die Handlungen seiner Filme Die bitteren Tränen der Petra von Kant (1974) und Chinesisches Roulette (1976) wie in einer Art Kasten, also einem ,,Verschlossener Raum". Jener Raum ist ein Mittel um eine Simulation darzustellen. In beiden Filmen spielen die Handlungen in einem Zimmer oder einem Schloss, die sich mit großen Kästen assoziieren lassen und zeigen in einem von der Außenwelt entfernten geschlossener Raum, dass die Handlung im Film eine Simulation darstellt. In meinem Vortrag vergleiche ich die zwei Filme unter dem Aspekt der Räumlichkeit in Fassbinders Filmen und versuche zu zeigen, welche Wirkungen der verschlossene Raum auf den Zuschauer hat.

Sebastian Winkelsträter: Reliquie und Erzählung. Strategien der Verähnlichung von Figur, Ding und Text im mittelhochdeutschen ‚Grauen Rock'
Der ‚Graue Rock', bekannter unter dem Titel ‚Orendel', galt in der Forschung lange Zeit als paradigmatisches Beispiel ‚schlechter' Literatur - das weithin unmotivierte Figurenhandeln, die Überfrachtung des Textes mit Motiven stofflich äußerst hybrider Provenienz sowie die oftmals redundant anmutenden Kampfschilderungen lassen noch den heutigen Interpreten von einer "beispiellos wirren Handlung" (Jan-Dirk Müller) sprechen. Im Zentrum dieser Erzählung steht mit dem nahtlosen Rock Christi eine Herrenreliquie, von deren Herkunft und abenteuerlicher Translation durch den Königssohn Orendel berichtet wird. Unterhaltende Aspekte stehen hierbei neben der Funktion, die Echtheit der zeitgleich mit der Veröffentlichung der Drucke des ‚Grauen Rocks' im Jahr 1512 in Trier der Öffentlichkeit zugänglich gemachten Reliquie zu beglaubigen. Die beiden mit diversen Illustrationen versehenen frühneuzeitlichen Überlieferungsträger repräsentieren den Text in zweierlei Fassungen, in Vers und in Prosa. Dass auch der Prosafassung das Befremden mit einem Text, in dessen Zentrum kein Held, sondern ein Ding steht, abzulesen ist, lässt in diesem Vortrag nach den alteritären Logiken eines Erzählens von Dingen fragen, das in der aktuellen literaturwissenschaftlichen Forschung hoch im Kurs steht. Davon ausgehend, dass den Dingen im mittelalterlichen Erzählen allgemein sowohl auf der Ebene der syntagmatischen Handlungsfügung als potentiellen Handlungsträgern als auch auf der Ebene der paradigmatischen Ordnung von Texten eine hervorgehobene Rolle zukommt, verlohnt gerade eine Dingerzählung wie der ›Graue Rock‹ ein neuerliches close reading.

Nachi Ishibashi: Flüssigkeiten und Sprache in Hofmannsthals Ein Brief und Sartres La nausée
Mit dem Wort "Flüssigkeit" bezeichne ich solche Flüssigkeiten im Körper oder in Dingen, die sich innerhalb oder außerhalb der festen Körper- und Dinggrenze befinden und sich bewegen oder stehenbleiben. Im Chandos-Brief bewegt sich diese Materie bis direkt zur Grenze von Chandos' Körper, aber sie kann nie aus ihm hinausfließen und die Grenze überschreiten. Bei Roquentin in La nausée ist sie bereits aus seinen Körper hinausgeflossen oder vielmehr bloßgelegt, weil die Grenze aller Dinge in seiner Welt ihre Festigkeit verliert und kein Ding mehr zu individualisieren ist. Das Phänomen der Flüssigkeiten in beiden Texten verbindet sich nun eng mit der Sprache. Die Umstände in beiden Texten könnten identisch scheinen, denn sowohl Chandos als auch Roquentin geraten in die bekannte Sprachkrise, die beide Personen geistig und körperlich erstarren lässt und in Schwierigkeiten bringt, den eigenen geistigen und körperlichen Zustand sprachlich auszudrücken. Wenn man diesen Zustand näher betrachtet, zeigt sich, dass sich nicht nur das Verhältnis der Flüssigkeiten zur Grenze des Körpers oder Dinges, sondern auch der Zusammenhang zwischen der Sprache und dem Subjekt bei Chandos und bei Roquintan genau umgekehrt verhalten.

Shiori Kitaoka: Flucht als neues Thema in der deutschen Theaterszene ― durch Text- und Aufführungsanalyse von Die Schutzbefohlenen von Elfriede Jelinek
Seit September 2015 sind bereits über 1 Million Flüchtlinge aus Konfliktgebieten wie Syrien in Deutschland angekommen. Bei der diesmaligen Zuwanderung nahm die deutsche Theaterwelt an diesem Problem direkt teil, indem sie die Lebensbedürfnisse der Flüchtlinge zu befriedigen versuchte, Schlafplätze für sie anbot und einen Aufruf für weitere Unterstützung startete. Zugleich stellte sie sich mit Theateraufführungen und Kunstprojekten dem Problem auch indirekt. Ein solches neues politisches Theater löste viele Diskurse aus und lockte so viele neue Zuschauer ins Theater. In diesem Referat wird das Theaterstück Die Schutzbefohlenen der Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek, das im Thalia Theater Hamburg produziert wurde analysiert. In der Inszenierung von Stemann wird der Text von Jelinek mit Monologen "echter Flüchtlinge" und anderen dokumentarischen Stoffen in einer Montage zusammengestellt. Rassismus wird nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch als Teil der Theaterwelt aufgezeigt. Rassistische Darstellungen, die lange traditionelle Methoden zur Darstellung "Anderer" in der europäischen Theaterwelt war, werden aufgedeckt.

Minami Miyashita: Auflösung des Jahres 1913/14 - Zur Funktion eines "Jahres" und die Poetik der Unvollendetheit in Der Mann ohne Eigenschaften -
Beim Lesen von Robert Musils Lebenswerk Der Mann ohne Eigenschaften (1930/32) wird leicht übersehen, dass der Autor es eigentlich als Roman eines "Jahres" konzipierte. Die erzählte Zeit des Romans beginnt also an "ein[em] schöne[n] Augusttag des Jahres 1913" (GW1, 9) und sollte im selben Monat 1914 enden. Fast scheint es, dass bei diesem riesigen Fragment der Zeitrahmen eines "Jahres" keine große Bedeutung hätte. Gegen diese Annahme möchte ich dennoch darauf hinweisen: Ohne diesen Zeitrahmen eines "Jahres" könnte der Roman gar nicht zustande gekommen sein, und weiterhin - wenn ich mir den paradoxen Ausdruck erlaube - bildet gerade die Auflösung des Jahres-Kreises eine der wichtigsten Ideen bei Musil.
Entsprechend einer kulturellen Tendenz der Jahrhundertwende wird im Roman die Parallelität der verschiedenen Zeitwahrnehmungen dargestellt, wie Verzögerung, Zaudern und Wiederholung. Gleichzeitig braucht der Autor aber unvermeidlich auch einen einheitlichen zeitlichen Rahmen als Grundlage des Romans; Beim Verlust der gemeinsamen Zeitwahrnehmung der traditionellen, vormodernen Welt funktioniert der Zeitrahmen eines "Jahres" noch als einheitlicher Indikator der variablen Zeitwahrnehmungen. Dieser Zeitrahmen dient auf diese Weise Musils originellem Schreibstil, die zwei Weltkriege metaphorisch in den mannigfaltigen Zeitwahrnehmungen ineinander zu spiegeln und damit die Umstände in Österreich, bzw. der moderne Welt sowohl präzis als auch dynamisch dazustellen.

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