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2000年522

第43回ドイツ文化ゼミナール開催のお知らせ

ANKÜNDIGUNG DES 43. TATESHINA-SYMPOSIONS

標記ゼミナールをドイツ学術交流会(DAAD)との共催で下記の通り開催いたします。発表・討議はドイツ語で行います。参加ご希望の方は、葉書の裏に「文化ゼミ参加希望」と朱書のうえ、氏名、現職、住所(漢字・ローマ字併記)、電話番号、性別をまとめて明記して、日本独文学会にお申し込みください。申し込み順に受付けますが、最終的な選考は理事会にお任せください。なお、参加決定の通知は7月末までに発送の予定です。

In Zusammenarbeit mit dem DAAD wird das 43. Tateshina-Symposion mit dem unten angegebenen Thema und der unten genannten Gastdozentin veranstaltet.

Verwenden Sie bitte bei der Anmeldung eine Postkarte: Schreiben Sie in rot „Bunka-Seminar“, nennen Sie bitte Ihren Namen, Ihr Geschlecht, Ihre Anschrift, Telefonnummer, sowie Ihre berufliche Position. Die Karte ist zu adressieren an:

Japanische Gesellschaft für Germanistik, c/o Ikubundo

Hongo 5-30-21, Bunkyo-ku, 113-0033 Tokyo

(〒113-0033 東京都文京区本郷5-30-21 郁文堂気付 日本独文学会)

Überschreitet die Zahl der Interessent/innen unsere Aufnahmekapazitäten, fällt der Vorstand die endgültige Entscheidung über die Teilnahme. Dabei wird die Reihenfolge der Anmeldungen berücksichtigt. Ihr Teilnahmebescheid wird Ihnen voraussichtlich bis Ende Juli zugehen.

u 総合テーマ (Rahmenthema):

Renaissance der Rhetorik. Rhetorische und kulturelle Semantik.

(Genauere Themenbeschreibung: siehe Rückseite dieses Blattes)

u 個別テーマ(Tagesthemen - Änderungen vorbehalten):

1) Alte und neue Rhetorik und ihre anthropologischen Implikationen

2) Rhetorik und Literaturtheorie

3) Memoria: Mnemotechnik und Rhetorik

4) Phantastik und Romantik in der rhetorischen Tradition

u 招待講師 (Gastdozentin): Prof. Dr. Renate Lachmann (Uni Konstanz)

u 期間 (Tagungszeitraum): 18. März (So.)24. März (Sa.) 200

u 会場 (Ort): Artland Hotel Tateshina, Chino-shi, Nagano-ken

長野県茅野市 アートランドホテル蓼科

u 参加費 (Teilnahmegebühr): voraussichtlich ca. 50 000 Yen

u 定員 (Teilnehmerzahl): 45 Personen

u 申込締切 (Anmeldetermin): 30. Juni 2000

研究発表希望: 30分程度の発表を希望される方は、題目と内容を簡単に説明する

文書( A4、1枚 ドイツ語)を添えて委員会にお申し出ください。発表者の決定は委員

会に一任願います。

日本独文学会・文化ゼミナール実行委員会

 

 

Renaissance der Rhetorik. Rhetorische und kulturelle Semantik.

Die Tradition der Rhetorik wie ihre gegenwärtige Aktualität, ihre Relevanz für Kultur, Literatur und Literaturwissenschaft wird das Thema des kommenden Tateshina-Symposions sein. Obwohl die Rhetorik, die ja seit dem 18. Jahrhundert in Misskredit geriet, schon seit längerem für unterschiedliche Fachgebiete ein attraktiver Forschungsgegenstand ist, erscheint sie in der japanischen Germanistik nur am Rand des Blickfelds. Im Symposion soll nun die „Renaissance“ der Rhetorik unter vier verschiedenen Aspekten erarbeitet und erörtert werden.

Ausgegangen wird von einem historischen Überblick, dessen Schwerpunkte zum einen die politischen, sozialen, im weitesten Sinne kulturellen Funktionen der antiken Rhetorik bilden, zum anderen ihre Neuentdeckung im 20. Jahrhundert. Diese verdankt sich sowohl dem „linguistic turn“ als auch den anthropologischen Implikationen der Rhetorik selbst: als spezifische Form sprachlicher Kommunikation hängt sie untrennbar mit menschlicher Verständigung und den ihr zugrunde liegenden Menschenbildern zusammen.

Die literaturwissenschaftliche bzw. literaturtheoretische Bedeutung der Rhetorik, vor allem im Poststrukturalismus ist ein weiterer Fokus des Seminars. Es geht hier etwa um die Frage, ob und wie rhetorische Textanalysen und bestimmte Modi der vom Poststrukturalismus entwickelten Textinterpretation einander angenähert werden können. Lässt sich z. B. Intertextualität mit rhetorischen Begriffen erfassen? Überprüft werden soll dies an konkreten literarischen Beispielen, u.a. an einschlägigen Texten der Barockliteratur.

Den dritten Gesichtspunkt liefert die Verbindung von Rhetorik und Gedächtnis, die nicht nur die Einbeziehung antiker Mnemotechniken in die Rhetorik umfasst, sondern auch die Konvergenz von Rhetorik und Poesie im Gedächtnisraum. Denn beide stiften und speichern einen sprachlichen Bildfundus als zentralen Bestandteil des Kulturgedächtnisses, an dem noch die Literatur des 20. Jahrhunderts teilhat.

Gegen die gängige Auffassung, die Rhetorik sei im 18. Jahrhundert verabschiedet worden und die Poesie habe sich in eben dieser Zeit vollständig von ihr emanzipiert, wird schließlich im vierten Themenschwerpunkt ihre Rolle als Wegbereiterin der romantischen Poetologie betont: im Übergang von der kodifizierten Rhetorik zur „freien“ Poetologie. Am Leitfaden der Begriffe imaginatio und phantasia sollen Texte der Romantik auf die in ihnen fortwirkenden rhetorischen Impulse hin neu gelesen werden.

 

Prof. Dr. Renate Lachmann ist Professorin für Slawische Literaturen und Allgemeine Literaturwissenschaft an der Universität Konstanz. Forschungsschwerpunkte: Rhetorik, Gedächtnisforschung, Literaturtheorie, russische Literatur.

Publikationen (in Auswahl):

Phantasia, imaginatio und rhetorische Tradition. 2000
Die Zerstörung der schönen Rede. Rhetorische Tradition und Konzepte des Poetischen. 1994

Memoria: Vergessen und Erinnern. (Hrsg.) 1993

Gedächtnis und Literatur. Intertextualität in der russischen Literatur der Gegenwart. 1990.

 

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