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第56回ドイツ文化ゼミナール開催のご案内


標記ゼミナールをドイツ学術交流会(DAAD)との共催で下記の通り開催いたします。発表・討議はドイツ語で行います。参加ご希望の方は2013年10月20日までに日本独文学会に葉書もしくはEメールでお申し込みください。
①葉書の場合:裏に「文化ゼミ参加希望」と朱書のうえ、氏名、現職、住所(漢字・ローマ字併記)、電話番号、メールアドレスをまとめて明記。
 宛先(〒170-0005 東京都豊島区南大塚3-34-6 南大塚エースビル603 日本独文学会)
②Eメールの場合: 上記の項目を記載したメールをkulturseminar56[at-mark]jgg.jpに送る。
 なお、参加は申し込み順に受け付けますが、最終的な選考は理事会にお任せください。





総合テーマ: Nachleben der Toten
(詳細は下記Themenbeschreibungをご覧ください。)
招待講師 : ウルリーケ.フェッダー教授(ベルリン・フンボルト大学)
会 期 :2014年3月23日(日)から2014年3月29日(土)まで
会 場 : 長野県茅野市  リゾートホテル蓼科(旧アートランドホテル蓼科)http://www.hoteltateshina.co.jp/
参 加 費 : 50,000円
定 員 : 45名程度
申込締切 : 2013年10月20日

 研究発表希望: ドイツ語による30分程度の発表を希望される方は、題目と内容を簡単に説明する文書(A4、1枚、独文)を添えて後日、委員会にお申し出ください。発表者の決定は委員会に御一任願います。なお、学生・院生の方には旅費の補助があります。

日本独文学会・ドイツ文化ゼミナール


Nachleben der Toten – Themenbeschreibung
Wenn die Literatur- und Kulturwissenschaft vom „Wunsch, mit den Toten zu sprechen“ motiviert ist, wie Stephen Greenblatt im ersten Satz seiner Verhandlungen mit Shakespeare so emphatisch formuliert hat, dann kann ihre Arbeit als der Versuch verstanden werden, aus den Archiven und Akten, den Überlieferungen und Überresten der Vergangenheit die Stimmen der Toten hörbar und vernehmbar werden zu lassen. Greenblatt bezeichnet dabei das Unternehmen eines Sprechens mit den Toten nicht nur als „unheimlich“, sondern auch als „paradox“, weil die Stimmen der Toten ja nicht unmittelbar zu haben sind und nur „durch die Stimmen der Lebenden zu Gehör“ kommen: Die Verbindung zwischen Lebenden und Toten wird durch das Medium der Kultur und über die Funktionen Übertragen, Speichern und Umarbeiten überhaupt erst ermöglicht. In einem solchen Unternehmen des Sprechens mit den Toten, ja eines Nachlebens der Toten spielt die Literatur eine außerordentliche Rolle, (1) da sie die Stimmen der Vergangenheit bewahrt und gegenwärtig hält (sei es als Erinnerungstexte, sei es in Form von Phantomen und Gespenstern, sei es als Jenseitsreise, sei es als Erbschaftsgeschichte), (2) da sie die schwierigen Prozesse der Tradierung und der Weitergabe, aber auch des Vergessens und des Neuanfangs oder der Abwehr von Vergangenem thematisiert, (3) und da sie ganz grundsätzlich die Erkenntnis oder Anerkennung der sterblichen Natur des Menschen bedeutet, so dass man vom „immanent posthumen Charakter der literarischen Stimme“ (Robert Harrison) gesprochen hat.

Literatur kann grundsätzlich als ‚Gabe’ verstanden werden, die etwas von dem zurückgibt, was die Toten waren, und somit ihr Nachleben gewährleistet. Dieser Austausch zwischen den Lebenden und den Toten bzw. die Literatur über diesen Austausch ist jedoch kaum als harmonische Ausgeglichenheit vorstellbar, sondern ist geprägt von Dissymmetrien, Missverhältnissen, Heimsuchungen und irritierenden Vorstellungen aller Art: Tote leben weiter als Seelen, Bilder, Stimmen, Masken, Helden, Vorfahren, Gründer usw. Damit ist das ‚Nachleben der Toten’ eine ganz eigene Figur, die – das haben auch Aby Warburgs Arbeiten zum Bildgedächtnis als Nachleben der Antike oder Walter Benjamins Nachdenken über das ‚Fortleben der Werke’ gezeigt – nicht im Sinne einer einfachen Fortexistenz der Toten zu verstehen ist, sondern als (unvorhersehbares) Fortwirken einer ‚nicht vergehenden Vergangenheit’. Ein solches literarisch-kulturell vermitteltes „Sprechen mit den Toten“ (Greenblatt) unterliegt allen möglichen Transformationen und Unwägbarkeiten: Riskante Akte der Verwandlung, der Übertragung und des Transfers über verschiedene Grenzen hinweg zeichnen die Figur des Nachlebens aus, was Jean Paul so formuliert hat: „Unsterblichkeit ist Leben in einem Gedächtnis, das selber stirbt – man lebt von einem Vergessenden zum andern.“ Dies schließt natürlich das Vergessenwerden keineswegs aus – wieviele Generationen kann denn das Nachleben der Toten überhaupt währen?

Um diese komplexe Figur des Nachlebens der Toten zu untersuchen, wird sich das Seminar mit theoretischen und literarischen Texten zu diesem Thema auseinandersetzen: In theoretischer Hinsicht wird es u.a. um Fragen des Nachlebens (Walter Benjamin), des Erbes und der Gabe (Jacques Derrida), der ‚Erkenntnisgrenze des Todes’ (Thomas Macho) sowie des Testaments (Ulrike Vedder) gehen; bei den zahllosen literarischen Texten, in denen die Lebenden mit den Toten kommunizieren, soll der Schwerpunkt auf die Literatur ab 1800 bis zur Gegenwart gelegt werden (u.a. Jean Paul, E. T. A. Hoffmann, Annette von Droste-Hülshoff, Adalbert Stifter, Theodor Storm, Franz Kafka, Thomas Mann, Heiner Müller, W. G. Sebald, Sibylle Lewitscharoff, Arno Geiger).

Das Seminar wird sich voraussichtlich in diese vier Tagesthemen gliedern:
1. Generationenromane: Traditionen und Generationenbrüche, transgenerationelle Übertragungen, Erinnern und Vergessen
2. Kommunikation mit den Toten: Gaben und Gegengaben (wie z.B. Erbstücke), gespenstische Gespräche, Gegenwart der Toten
3. Testamente, letzte Worte (in der Literatur und von Autor/innen), Schreiben und Sprechen in Todesnähe
4. das kulturelle Erbe und seine Institutionen (wie z.B. Museen), aber auch Trödel und Reste, Weggeworfenes und Vergessenes

Frau .Prof. Dr. Ulrike Vedder ist Professorin am Institut für deutsche Literatur der Humboldt-Universität zu Berlin und Direktorin dieses Instituts. Ihre Hauptarbeitsgebiete sind die Neuere deutsche Literatur vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart und Theorien und Methoden der literaturwissenschaftlichen Geschlechterforschung. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Generationenforschung, kulturelle Transformationen von Dingen, Narrationen an der Grenze des Todes. Sie ist Mitherausgeberin der Zeitschrift für Germanistik und u.a. Mitglied des Berliner Zentrums für transdisziplinäre Geschlechterstudien.

Publikationen (in Auswahl):
- 2012: Kältelehren der „Winterreise“ (= Öffentliche Vorlesungen HU Berlin, Nr. 176).
- 2012: (Hg.) Themenhefte „Literarische Dinge“ und „Alter und Literatur“ der Zeitschrift für Germanistik.
- 2011: Das Testament als literarisches Dispositiv. Kulturelle Praktiken des Erbes in der Literatur des 19. Jahrhunderts (= Habilitationsschrift).
- 2010: (Mithg.) Passionen. Objekte – Schauplätze – Denkstile.
- 2008: Das Konzept der Generation. Eine Wissenschafts- und Kulturgeschichte (zus. mit O. Parnes, St. Willer).
- 2007: (Mithg.) Von der Jägerstraße zum Gendarmenmarkt. Eine Kulturgeschichte aus der Berliner Friedrichstadt.
- 2005: (Mithg.) Chiffre 2000. Neue Paradigmen in der Gegenwartsliteratur.
- 2002: Geschickte Liebe. Zur Mediengeschichte des Liebesdiskurses im Briefroman „Les Liaisons dangereuses“ und in der Gegenwartsliteratur (= Dissertation).

in Vorbereitung:
- (Mithg.) Wirklichkeit und Wahrnehmung: Neue Perspektiven auf Theodor Storm (2013).
- (Mithg.) Das Leben vom Tode her. Zur Religions-, Wissenschafts- und Kulturgeschichte einer Grenzbestimmung (2014).

Organisationskomitee des 56. Kulturseminars
Mechthild Duppel-Takayama , Wieland Eins, Yuho Hisayama, Yuta Kitamaura, Arne Klawitter, Masanori Manabe , Asako Miyazaki, Kenichi Onodera, Thomas Pekar, Risa Tamaru, Hiroshi Yamamoto (Komiteeleiter)
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